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F├╝lle leben – das Purnamadah Mantra

F├╝lle leben – das Purnamadah Mantra

Feat. in yoga Aktuell – Mai 2021

ist F├╝lle, dieses (hier) ist F├╝lle, aus der F├╝lle kommt F├╝lle hervor. Wenn man von der F├╝lle F├╝lle nimmt, bleibt F├╝lle ├╝brig. Das Purnamada Mantra ist ein Mantra aus der Isha Upanischad. Upanischaden sind mehr philosophisch orientierten Texte und erl├Ąutern den mantrischen Hauptkorpus, Samhita genannt, der Veden.
Die upanischadischen Texte sind relevant f├╝r das Yoga, weil hier wichtige metaphysische und spirituelle Grundkonzepte des inneren Weges zur Befreiung beschrieben werden.

Die F├╝lle des Lebens

Originaler Text

Das Purnamada Mantra

om
p┼źrß╣çam adaߪą p┼źrß╣çam idaß╣â ‘
p┼źrß╣ç─üt p┼źrß╣çam udacyate /
p┼źrß╣çasya p┼źrß╣çam ─üd─üya ‘
p┼źrß╣çam ev─üva┼Ťiß╣úyate //

Jenes (Jenseits) ist F├╝lle, dieses (hier) ist F├╝lle, aus der F├╝lle kommt F├╝lle hervor. Wenn man von der F├╝lle F├╝lle nimmt, bleibt F├╝lle ├╝brig.

Das Purnamada Mantra ist ein Mantra aus der Isha Upanischad.
Upanischaden sind mehr philosophisch orientierten Texte und
erl├Ąutern den mantrischen Hauptkorpus, Samhita genannt, der Veden.
Die upanischadischen Texte sind relevant f├╝r das Yoga, weil hier wichtige metaphysische und spirituelle Grundkonzepte des inneren Weges zur Befreiung beschrieben werden.

Die Isha Upanishad ist kurz, in nur 18 Versen wird eines der fundamentalen Ideen der indischen Spiritualit├Ąt beschrieben und im Purnamadah Mantra poetisch und fast schon paradox ausgedr├╝ckt:
Die grundlegende Realit├Ąt ist F├╝lle und diese ist, als Essenz, immer da (auch wenn wir sie selten wahrnehmen)
Oder anders ausgedr├╝ckt: die F├╝lle, das H├Âchste, das vollst├Ąndige, das Soma, ist immanent (im Herzen eines jeden Wesens) als auch Transzendent (im Formlosen, jenseits des Manifesten, das Absolute)
Es ist diesseits, im Hier und jetzt, als auch jenseits. Es ist ├╝berall!
Und man kann nichts wegnehmen.

Das Mantra ist eine Erinnerung das alles immer und jederzeit vollst├Ąndig und ganz ist. Diese Ganzheit und F├╝lle von Moment zu Moment zu erfahren ist eines der Ziele des Yoga.

F├╝lle und Mangel

Das k├Ânnte man auch als eine sch├Âne Definition des Wortes Yoga verstehen:
Yoga ist der Zustand in welchem nichts fehlt.

Leider erfahren wir aber oft das Gegenteil: Mangel
Oft haben wir dieses Mangelgef├╝hl tief in uns.
Wir glauben wir sind unvollst├Ąndig, sind nicht gut genug oder irgendetwas ist ÔÇ×falschÔÇť an uns. Irgendetwas fehlt. Ein existentielles Gef├╝hl der nagenden Leere, das wir versuchen so gut es geht zu stopfen.
Wir haben sogar eine ganze Zivilisation und Wirtschaftssystem auf der Kultivierung des Mangels aufgebaut. Und auf das Versprechen durch Konsum den Mangel zu beheben: Das n├Ąchste Produkt, der n├Ąchste (online-) Workshop, die n├Ąchste Bef├Ârderung, die n├Ąchste Yogaklasse, das n├Ąchste magische Mantra, das Ende des Lockdowns, noch mehr Wissen, mehr Geld, ein gemeinsames Kind, der n├Ąchste (Seelen-) PartnerÔÇŽ
dannÔÇŽ

bin ich gl├╝cklich, erf├╝llt und alles ist gut.
Wir schauen nach Erf├╝llung und Vollst├Ąndigkeit in anderen limitierten Objekten, Menschen und Zust├Ąnden in der Hoffnung, dass unsere eigene empfundene Limitierung und das Mangelgef├╝hl dadurch beendet wird.
Aber nichts was limitiert und begrenzt ist kann uns erf├╝llen.
Das ist ein bisschen, wie wenn man versucht Minus mit Minus zu addieren und dann ein Plus erwartet.
Das funktioniert nicht, ich habe es selbst probiert (und probiere es immer mal wieder, nur um sicherzugehen, haha ;))

Keine andere Person und kein anderes Objekt, keine Information und kein Status kann das f├╝r uns erreichen.
Au├čer unser Bewusstsein transformiert sich. Und dann ben├Âtigen wir keine anderen Objekte, Menschen, Information, Gipfelerfahrungen und Status mehr, um unsere innere Leere zu f├╝llen.
Das ist das Thema von Yoga: eine innere Transformation von empfundenen Mangel hin zum gelebten ├ťberfluss und Reichtum.
In jedem Moment.

Alles geh├Ârt zusammen

Das wird nur funktionieren, wenn wir zuerst unsere eigene innere Spaltung ├╝berbr├╝cken – und die eigene innere F├╝lle entdecken.
Wir m├╝ssen sozusagen das unbegrenzte und vollst├Ąndige in und durch unseren limitierten K├Ârper-Geist neu entdecken.
Tats├Ąchlich ist das einer der ÔÇ×GeheimnisseÔÇť des yogischen Weges der Transformation:
Unser Mangelgef├╝hl, unsere inneren Verletzungen, Kontraktionen und Narben werden zur motivierenden Kraft, zum Brennstoff, ja, zur Voraussetzung f├╝r das innere Feuer der Befreiung.

Das war eines meiner kleinen Erleuchtungserlebnisse mit einer meiner Lehrerinnen vor vielen Jahren. Wir, als Sch├╝ler, sa├čen alle im Kreis und tauschten uns ├╝ber unsere Erfahrungen aus. Ich war wieder, wie so oft in der Zeit, am Hadern ├╝ber Gott und die Welt und besonders ├╝ber mein inneres Gef├╝hl des gespalten seins und dem Gef├╝hl des Mangels.
Ja, ich konnte erahnen das es Einheit gibt, allerdings nur wenn ich mich ÔÇ×gutÔÇť f├╝hlte, oder ÔÇ×offenÔÇť.
Sie sagte nur: ÔÇ×Bring es zusammen, das negative, das positive, die Leere und die F├╝lle sind alles eins. Es geh├Ârt alles zusammenÔÇť
Und sie f├╝hrte ihre beiden Handfl├Ąchen zusammen wie f├╝r den Namaste Gruss vor dem Herz. Mehr als ihre Worte war es diese Geste, die f├╝r mich die Zeit zum Stillstand brachte.
Ein kleiner Satori Moment. F├╝r einen Moment konnte ich die Wahrheit erkennen, auf die ihre Worte hindeuteten.

Die verborgene Sch├Ânheit des Unvollkommenen

In der japanischen Zen Tradition entwickelte sich im 16 Jhd. ein neues ├Ąsthetisches Prinzip, das die Fehlerhaftigkeit in der Vollkommenheit hervorhebt. Kintsugi. Zerbrochene Keramiktassen und Kr├╝ge wurden wieder zusammengeklebt. Die Bruchstellen wurden vergoldet. Nicht Makellosigkeit und Perfektion, sondern die verborgene Sch├Ânheit des Unvollkommenen wurde zum Ideal. ┬áUnd zum Ausgangspunkt der Kontemplation ├╝ber die Einfachheit und Vollkommenheit des Seins.

K├Ânnen wir unsere Bruchst├╝cke, Verletzungen, Gef├╝hle des Selbstzweifels, des Mangels und der Einsamkeit, der Wertlosigkeit und Selbstablehnung annehmen und akzeptieren und erkennen das sie dazugeh├Âren?
Nur durch Akzeptanz und ein komplettes Loslassen in die Limitierung, der Unsicherheit und des Nichtwissens erfahren wir die zugrundeliegende F├╝lle.

Und das erstaunliche passiert: wir sehen ├╝berall simultan F├╝lle und Limitierung als 2 Aspekte eines gro├čen Ganzen.
Gespürter Ärger koexistiert mit einem zugrundeliegenden Frieden.
Hitzige Eifersucht wird erfahren in einem Ozean von tiefer Akzeptanz.
Die jeweilige Erfahrung der Begrenzung wird ein bisschen transparenter, ein bisschen weniger dramatisch, ein wenig weniger Ablehnens wert.
Sie weicht einem faszinierenden Wundern und Staunen ├╝ber den Reichtum und der Vielf├Ąltigkeit der menschlichen Erfahrung in all ihren Facetten.
Durch Annehmen und dem vollst├Ąndige Verk├Ârpern unserer limitierten, unvollst├Ąndigen, fehlerhaften und oft widerspr├╝chlichen limitierten Erfahrung der Realit├Ąt ├Âffnet sich der Weg zu einer universellen, mehr vollst├Ąndigen und umfassenderen Wahrheit in der alles Platz findet.

Oder wie manche Traditionen des Yoga betonen:
Wir sehen uns selber widergespiegelt in der unendlichen Vielfalt aller unterschiedlichen Lebensformen, von den Elementen der Natur bis hin zur kosmischen Ebene, gleichzeitig ist das ÔÇ×IchÔÇť das die Erfahrung macht, weder getrennt noch identifiziert damit. Es ist die Erfahrung und gleichzeitig frei davon.

Vielleicht ein bisschen so wie in Savasana, wenn wir bewusst tief in den Moment entspannen und unser ÔÇ×IchÔÇť f├╝r wenige Momente sich selbst vergisst.
– eine ungemein stressreduzierende Erfahrung.

F├╝lle hei├čt, dich selber In die Welt bringen

Im weiteren Verlauf fragt die Upanischad. Was ist besser: ein zur├╝ckgezogenes Leben der Meditation und Innenschau oder ein aktives Leben in der Welt?
Die Antwort? Keines davon, beides geh├Ârt zusammen. Spiritualit├Ąt muss gelebt und in die Welt gebracht werden, gleichzeitig wird das Leben selbst eine gro├če Meditation.

Der Text geht sogar so weit zu sagen, dass die weltverneinenden, innenschauenden Yogis noch verlorener sind als die aktiv handelnden MenschenÔÇŽ

ÔÇ×In dunkler Nacht leben jene, f├╝r die alleine die Welt drau├čen real ist;
in noch dunklerer Nacht jene, f├╝r die allein die Welt drinnen real ist.
Das erste f├╝hrt zu einem Leben der Tat, das zweite zu einem Leben der Meditation.
Aber jene, die t├Ątiges Handeln mit Meditation verbinden,
├╝berqueren das Meer des Todes durch t├Ątiges Handeln
und gehen in die Unsterblichkeit ein durch die Aus├╝bung der Meditation.
So haben wir es von den Weisen vernommenÔÇť

 

(Isha Upanishad 9-11, ├ťbersetzt von Eknath Easwaran, Goldmann Verlag)


Und in der Tat: Vor allem in unserer heutigen Zeit k├Ânnen wir uns die Flucht in eine nabelschauende sch├Âne neue Wohlf├╝hl Yogawelt nicht leisten.
Die Welt braucht Menschen, die aus ihrer bewussten Verbindung zur eigenen F├╝lle diese in die Welt bringen; als aktive Kraft der Verbindung, des Mitgef├╝hls, der Liebe und der Sch├Ânheit. Ein vollst├Ąndiges partizipieren im gegenw├Ąrtigen Moment ohne Widerstand.

Wie genau es sich manifestiert ist abh├Ąngig vom Individuum, dessen Berufung und Pers├Ânlichkeit. Jeder hat einen ganz eigenen, einmaligen und dadurch faszinierenden Weg und Ausdruck. Er kann nicht durch jemand anderen kommen. Und er kann vor allem nicht erdacht oder kopiert werden. Er entwickelt sich spontan aus dem eigenen Vertrauen heraus in die unsichere Leere (F├╝lle) des n├Ąchsten Moments zu treten. Und zu bemerken das wir, egal wo wir hintreten, gehalten werden.

Jenseits von Copy & Paste
Langsam k├Ânnen wir so unseren eigenen Prozess achten und respektieren, was hei├čt, wir verlassen die innere ÔÇ×Copy & PasteÔÇť Funktion und stehen auf eigenen F├╝ssen, finden unsere eigene Wahrheit, unseren eigenen Geist, auf dem Fundament von universeller Weite und F├╝lle.
Und unser Ausdruck, geboren aus den geheilten Verletzungen und Narben der Vergangenheit, kommt dann aus einem f├╝hlenden Herz das ekstatisch in der Gegenwart schl├Ągt.

Rezitiere gerne als Praxis das Mantra morgens und abends. Als Erinnerung und St├Ąrkung deiner eigenen immer vorhandenen F├╝lle, Kraft und Sch├Ânheit. Sp├╝re die zugrundeliegende immense Lebenskraft in jeder Zelle deines K├Ârpers pulsieren und bemerke die gleiche Kraft in der Natur um dich herum, in den anderen Menschen, in allem!

Much loveÔÇŽ und nat├╝rlich Purna!
Ralf

 

 

Purnamadah Mantra Meditation mit Daisy & Ralf
A remarkable evening…

A remarkable evening…

Trayambakam Mantra mit Daisy Bowman & Ralf Schultz

We had a remarkable Kirtan and Mantra evening at Soma Yoga.
After addressing the idea that Kirtan is not a performance but lives from the full participation of everybody in the room…full participation meaning being here and now and giving the voice and the heart as an offering to something bigger than the individual me, myself and I…
(and this is in essence the whole meaning of the Mantras anyway) which means, we come together not as consumers or passive listeners but as active and indispensable cocreators…

After that and some honest and touching exchanges we sang and played without amplification in an much closer circle…as one…
Thanks for everybody who came!
Hare Krishna, Hare Rama!

Kirtan, Mantra & Songs

Kirtan ist die traditionelle Praxis des Chantens, des Singens von Mantras und Sutras, die vor allem im Bhakti Yoga (Yoga der Hingabe) praktiziert wird. Der tiefe und heilsame Effekt des Kirtan Singens basiert auf der Vibration des sich wiederholenden Gesanges selbst, in den wir uns mehr und mehr fallen lassen k├Ânnen. Wir werden an diesem Abend vedische und tantrische Mantras und spirituelle Verse auf Sanskrit singen. Durch Hingabe an den Klang, die Vibration, und das Wissen um die innere Bedeutung der Mantras k├Ânnen wir tief loslassen und den Fluss von Gnade und Anmut in unser Leben einzuladen. Mantras sind innere Wegweiser, die uns zu unserem Selbst f├╝hren k├Ânnen ÔÇô zur Zeitlosigkeit in unserem Herzen!