Habits – wie du mit Hilfe von Yoga Gewohnheiten änderst
Du willst etwas ändern? Mehr Gesundheit, Klarheit, Offenheit und Mitgefühl? Sehr gut 🙂 Aber wie?
Der sprichwörtliche Schweinehund lässt sich nicht einfach überwinden. Aber mit Hilfe der Inspiration der Yoga Sutren und moderner Forschung zum Thema “Veränderung von Gewohnheiten” schaffen wir das.
Patanjalis Yoga Sutra
Der Text wird als einer der Grundlagentexte des klassischen Yoga betrachtet.
Entstanden wahrscheinlich in den ersten Jahrhunderten n. Chr. erklären sie, wie man den Geist von seinen Fesseln befreit. Das ist ein zeitloses Thema. Trotz all unserer materiellen und technischen Entwicklung hat sich der menschliche Geist grundlegend nicht viel verändert. Neid, Hass, Wut, Scham, Schuld, Eifersucht, Enttäuschung, Stress, Niedergeschlagenheit, Verzweiflung, Einsamkeit, Unsicherheit plagen uns immer noch wie zuvor. Und Depression scheint global pandemische Ausmaße anzunehmen.
Wir können an den Symptomen arbeiten oder an der Wurzel. Für die „Wurzelbehandlung“ ist eine Transformation des Bewusstseins unumgänglich. Das “Problem”: Es kann niemand für uns machen: weder ChatGPT noch die neuesten Designerdrogen. Man muss an sich selbst arbeiten. Und das fängt mit dem Erkennen und Verändern eigener Gewohnheiten an
Von der Resolution zur (Yogi) Revolution
Gute Vorsätze sind gut – die die haben wir ja alle – aber dann muss der nächste Schritt folgen: Die Kultivierung einer Praxis über lange Zeit (dīrgha-kāla), ohne Unterbrechung (nairantarya), mit echter Hingabe (satkāra) und konsequentem Dranbleiben (āsevito) – dann wird sie zur „festen Basis“ (dṛḍha-bhūmiḥ).
Übersetzt ins moderne Leben: Soll die Yoga Praxis wirklich transformierend sein, braucht es über eine lange Zeit Commitment, Regelmäßigkeit, Hingabe – und eine innere Haltung, welche die Praxis als etwas Wertvolles behandelt.
Commitment und Fokus
Commitment heißt Verbindlichkeit und Disziplin. Du musst dem Yoga und der Praxis Priorität geben, um weiterzukommen. Dazu braucht es ein Herauskommen aus der Beliebigkeits- und Junkfoodfalle. Es ist ein bischen wie in einer Beziehung. Um das ganze Potenzial einer Beziehung zu erfahren, musst du dich komplett auf sie einlassen. Wenn dir die Person wirklich wichtig ist und du sie wahrhaftig liebst, gibst du nicht auf, wenn Schwierigkeiten oder Hindernisse auftauchen. Du bleibst dabei. Wenn du dich nicht festlegen willst, hast du vielleicht mehr Abwechslung aber nicht wirkliche Tiefe. Du driftest von einem zum anderen ohne Fokus. Commitment entsteht, wenn du etwas als wichtig erachtest und dafür Verantwortung übernimmst. Und was gibt es wichtigeres als dein wahres Selbst zu entdecken und wahre Verbundenheit, Freude und Mitgefühl zu erfahren?
Und nebenbei: Mit etwas Commitment und Disziplin wirst du staunen, wie pünktlich du zu den Yogastunden kommst 😉 und wie du zuhause plötzlich jeden Tag Zeit findest für deine Praxis.
Praktischer Tipp: Verpflichte dich ein Jahr lang regelmäßig Yoga zu machen. Im Studio und zuhause, geh auf Retreats und Workshops etc. Danach schau, wie es dir geht. Betrachte das Ganze als Selbstexperiment.
Regelmässigkeit
Gewohnheiten ändern sich durch Häufigkeit. Je mehr du eine bestimmte Handlung machst, umso mehr wird sie verfestigt. Im positiven wie im negativen: Wenn du täglich einen Doppelwhopper Burger mit extra Majo und Ketchup isst, wirst du gut im Burger essen mit all den Folgen. Wenn du dich täglich ärgerst, wirst du gut im dich ärgern und Ärger wird ein Teil von dir. Wiederholung ist ausschlaggebend. Versuche deshalb kleine tägliche Einheiten mit positiven Gewohnheiten zu trainieren. Z.b. sind tägliche Mini Einheiten Yoga besser als einmal in der Woche eine 2 Stunden Praxis.
Praktischer Tipp: Mache kleine Schritte und versuche zusätzlich zum Üben im Studio, kleine Yogasessions zuhause zu etablieren um Kontinuität aufzubauen. Fange mit 5 Minuten an und steigere langsam. Versuche nach der Praxis kurz in der Meditation zu sitzen. In unserer On Demand Library findest du viele Praxis Videos dafür.
Hingabe
Was immer du machst, ohne Hingabe fehlt die entscheidende Qualität. Es fehlt Erfüllung, Zufriedenheit und Genährtsein. Hingabe hat nichts mit Selbstaufgabe zu tun, sondern sie verbindet dich mit den großen Kräften des Universums: Loslassen, Verbundenheit & Fülle. Erfahrbar wird Hingabe durch Präsenz und Gegenwärtigkeit. Und das ist eine Qualität des Herzens: die Yogis sprechen hier vom “inneren” Herz als Symbol einer ganzheitlichen, fühlenden Erkenntnisfähigkeit jenseits der konditionierten Reaktionen und Anhaftungen des Geistes. Durch Hingabe wirst du von einer grösseren Kraft getragen und was du machst, wird anstrengungslos. Du bist im Flow. Ganz allgemein heißt Hingabe: du bist ganz dabei, lässt dich ohne Widerstand auf die Erfahrung ein und gibst dich hin.
Eine der ältesten Übungen zur Hingabe sind Tanzen und Singen. Im Bhakti Yoga wird gesagt, singen zum Höchsten reinigt den Spiegel unserer Herzen.
Praktischer Tipp: Erforsche mal, wie oft und wann im Alltag Widerstand gegen eine Erfahrung auftaucht. Es ist ein Gefühl der Kontraktion im Herz, starken mentalen Bewertungen, Zweifel und Abgeschnittensein vom Körper.
Unterstützung
Umgebe dich mit Menschen, die dir helfen, deine Gewohnheiten zu ändern – oder noch besser, die deine angestrebten Gewohnheiten schon Leben. Vermeide eine Umgebung oder Menschen, die dich runterziehen, Energie kosten oder verwirren. Deshalb ist es wichtig, ins Yogastudio zu kommen: hier ist die ideale Umgebung und Community, die sog. Sangha, die deine Werte teilt und unterstützt.
Praktischer Tipp: erforsche im Alltag welche Umgebung und welche Menschen dir Energie geben oder rauben.
Erkenntnisse aus moderner Forschung & Habit-Science
- Identität verändern
Nachhaltige Gewohnheiten entstehen, wenn du sie als Teil deiner Identität lebst: „Ich bin praktizierender Yogi“ statt „Ich bin ein Couch Potatoe und sollte mehr Yoga machen.“ - Umgebung ist der geheime Coach
Was sichtbar und leicht zugänglich ist, passiert häufiger. Lege Matte/Block schon bereit, entscheide die Uhrzeit vorher. Plane im Voraus. - Wenn–Dann Pläne (Implementation Intentions) funktionieren besser als gute Vorsätze. Beispiel: Wenn die Kaffeemaschine läuft, dann mache ich 3 Runden Sonnengrüsse. Konkrete Auslöser machen Commitment alltagstauglich.
- kleine Belohnungen & Tracking
Ein kurzes gutes Gefühl danach (durch Tee, Musik, Häkchen im Kalender) verstärkt die Routine. Nicht weil du Belohnungen “brauchst“, sondern weil so dein Nervensystem lernt und die neue Gewohnheit positiv verankert wird.
Buchtipp:
Atomic Habits – James Clear
wie kleine, kontinuierliche Veränderungen enorme Auswirkungen auf unser Leben haben können. Das Buch basiert auf wissenschaftlich fundierten Prinzipien der Verhaltenspsychologie und liefert praktische Strategien, um positive Gewohnheiten aufzubauen und destruktive zu überwinden. Clear erklärt, wie man durch das “Four Laws of Behavior Change”-Modell – bestehend aus Auslöser, Attraktivität, Umsetzung und Belohnung – Gewohnheiten nachhaltig etabliert. Das Buch bietet zahlreiche Beispiele und konkrete Tipps, um Hindernisse zu überwinden, Motivation zu fördern (z.b um wieder mehr Yoga zu machen 😉 und langfristig erfolgreich zu sein…na dann…












